Im Sommer 2011 haben wir uns dazu entschieden bis ganz in den Süden von Kroatien zu reisen. Da Cavtat der südlichste von Touristen genutzte Ort in Kroatien ist, haben wir beschlossen, dort einige Tage zu bleiben und von dort aus verschiedene Ausflüge zu machen. Wer sich ein bisschen mit der Geschichte von Kroatien beschäftigt wird schnell feststellen, das Cavtat, früher bekannt unter dem Namen Epidaurum, der Vorgänger von Dubrovnik ist. Heute geht es in der kleinen Stadt recht ruhig zu, aber den Besuchern wird einiges geboten.
Unsere Anreise nach Cavtat von Split aus dauerte einige Stunden und kostete nicht nur den Fahrer einige Nerven. Man fährt auf die A1 Richtung Dubrovnik, allerdings endet die Autobahn nach 100 km und ab dann geht es nur noch weiter über die Landstraße. Für die fast 270 Kilometer haben wir mehr als 5 Stunden gebraucht und teilweise mussten wir lange Strecken hinter LKWs herfahren, da die Straße zu eng zum Überholen ist. Auch wenn die Straßen alt und teilweise mit tiefen Schlaglöchern übersät sind haben wir die Straße im Landesinneren gewählt. Viele Touristen fahren über die Magistrale an der Küste, die einen wunderschönen Anblick bietet. Allerdings herrscht im Landesinneren meistens weniger Verkehr und es gibt nicht so viele Verkehrskontrollen durch die Polizei wie entlang der Küstenstraße.
Währen der Fahrt durch Süddalmatien kommt man an vielen bunten Ständen vorbei. Hier verkaufen ältere Dorffrauen Obst und Gemüse. Die Früchte leuchten in bunten Farben und die große Auswahl ist sehr verlockend. Anders als erwartet sind die Preise nicht gerade günstig, aber da es keine Preisschilder gab lag das vielleicht auch an unserem deutschen Autokennzeichen. Oft kann man sich die Ware selbst aussuchen. Man sollte dabei die einzelnen Früchte genau angucken, da sie teilweise überreif sind. Die Verkäuferinnen bieten auch gerne Kostproben an und man muss zugeben, dass die meisten Früchte sehr lecker sind. Allerdings muss man gut aufpassen, da gerne großzügig gewogen wird. Wir wollten eigentlich nur 1 Kilo Trauben und 1 Kilo Pfirsiche kaufen, letztendlich haben wir von beidem aber fast 1,5 Kilo bezahlt. Wem der Preis doch viel zu hoch erscheint sollte unbedingt nach verhandeln, denn nur wer etwas sagt kann Glück haben und weniger zahlen.
Süddalmatien wird durch ein kleines Gebiet getrennt, das zu Bosnien Herzegowina gehört. Um nach Cavtat zu gelangen muss man ca. 20 km durch Bosnien Herzegowina fahren. Es gibt eine kleine Grenzstation, mit zwei Fahrbahnen: eine zum Verzollen und eine, wenn man nichts zum Verzollen hat. Die bosnischen Beamten durchsuchen häufig bulgarische oder rumänische Wagen und Busse, aber auch kroatische oder andere ausländische Wagen werden häufig kontrolliert. Nun befindet man sich in der bosnischen Stadt Neum, wo man mit Mark bezahlt. Diese Währung wird 1:1 zu der ehemaligen deutschen Währung umgerechnet. Früher konnte man günstig in Neum tanken, dies ist aber heute nicht mehr Fall, also haben wir hier nicht gehalten. Kurze Zeit später kommen wir wieder an eine Grenze, diesmal an die kroatische. Die kroatischen Grenzbeamten sind ziemlich locker und mit einem deutschen oder österreichischen Kennzeichen wird man so gut wie nie angehalten, sondern muss nur seinen Ausweis vorzeigen und dann kann man weiterfahren. Endlich wieder in Kroatien hat man immer noch einen Großteil der Strecke vor sich. Hier fahren wir auf der E80 weiter nach Dubrovnik, die Straße führt am Meer vorbei und bietet einen traumhaft schönen Ausblick. Da der Weg allerdings sehr kurvig und teilweise auch unübersichtlich ist muss der Fahrer sich weiter konzentrieren und nur der Beifahrer kann den Anblick genießen. Hier kommt es oft zu Staus und die engen Straßen sind nach der bereits zurückgelegten Strecke sind nicht gerade angenehm zu fahren.
Wenn man Dubrovnik hinter sich gelassen hat ist es nicht mehr weit und man kommt endlich in Cavtat an. Jetzt mussten wir nur noch unser Appartement finden und die Fahrt hatte ein Ende.